Samstag 25.01.: drei rassistische Demonstrationen gegen Asylsuchende in Sachsen +++ Erneuter „Lichtellauf“ in Schneeberg +++ Antirassistische Gegenproteste angekündigt

Für Samstag den 25.01. haben Nazis und Bürger_innen in Schneeberg (Erzgebirge), Borna (Leipziger Land) und Chemnitz Demonstrationen bzw. Kundgebungen angekündigt. In Chemnitz beginnt die Demonstration um 13.30 und richtet sich gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende am Adalbert-Stifter-Weg.

Schon in der Vergangenheit gab es hier Proteste von Neonazis gegen die Flüchtlinge in der Unterkunft und den “angeblichen Anstieg der Kriminalität” in der Umgebung. In Schneeberg wird es ab 18 Uhr zum vierten Mail einen sogenannten „Lichtellauf“ geben. Dieser wird vom NPD-Stadtrat der Nachbargemeinde Stefan Hartung organisiert und richtet sich gegen “Asylmissbrauch“ in Schneeberg. Im letzten Jahr waren ihm bei seinen Aufmärschen bis zu 1.500 Teilnehmer_innen gefolgt. Neben organisierten Neonazis nahmen an diesen auch viele Bürger_innen der Stadt Schneeberg teil. Antirassistische und antifaschistische Gruppen organisierten anlässlich dieser Proteste eine eigene Demonstration unter dem Motto „Refugees Welcome. Gegen den rassistischen Mob in Schneeberg und überall!“.

In Borna wird es ab 18.15 Uhr eine Demonstration der rassistischen Bürgerinitiative „Wir sind Borna“ geben, welche maßgeblich von Neonazis aus der Region initiiert ist. Diese richtet sich gegen die Unterbringung von etwa 30 Asylsuchenden in der ehemaligen Berufsschule am Königsplatz. Die Stimmnung, die diese Initiative bisher entfachte, gipfelte in der Silvesternacht in einem Angriff mit Feuerwerkskörpern auf die Sammelunterkunft, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Dazu Toni Grün, Pressesprecher vom Bündnis Refugees Welcome: „Das Kalkül der Nazis ist offensichtlich, sie versprechen sich durch die fortgeführte rassistische und nationalistische Mobilisierung Stimmgewinne im bevorstehenden Wahljahr. Sie versuchen weiterhin an bestehende gesellschaftliche Vorurteile anzuknüpfen. Umso wichtiger ist es, den Nazis die Möglichkeit zu nehmen, ungestört agieren zu können.“

In Chemnitz rufen verschiedene Gruppen dazu auf, den Nazis entgegenzutreten – ein genaues Konzept liegt jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Auch in Borna und Chemnitz sind Gegenproteste in Planung. Dazu Grün: „Wir rufen alle Bürger_innen der betroffenen Städte dazu auf sich der rassistischen Hetze von Neonazis aktiv entgegenzustellen und sich für ein solidarisches Miteinander einzusetzen.“ Für Rückfragen: Toni Grün mail: refugeeswelcome@riseup.net <mailto:refugeeswelcome@riseup.net>

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